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Verbandsinfos, Vereinsservice
25.03.2015

Integration ist angesagt

Liebe Tischtennisfreundinnen und –freunde,

 

sicherlich seid auch Ihr allesamt über die aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen zum kommunalen Aufgabenfeld „Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern“ bestens unterrichtet und wisst, dass unsere Gesellschaft – und wir Tischtennisvereine sind ein Teil der Gesellschaft – vor einer neuen immensen Herausforderung steht.

 

Nachdem in der Vergangenheit in Sachen Flüchtlingsunterbringung auf Regionsebene insbesondere in der Verbandsgemeinde Kirchberg, daneben aber auch in der Verbandgemeinde Simmern, bereits eine hervorragende und vorbildliche Pionierarbeit geleistet wurde, stehen jetzt zeitnah auch die weiteren Verbandsgemeinden und die Stadt Boppard in der Pflicht. Teilweise zum 1. April, teilweise aber auch erst zum 1. Juli d.J. werden Flüchtlinge nach einem festgelegten Quotenschlüssel auf alle Kommunen im Kreisgebiet verteilt.

 

Neben allen anderen gesellschaftlichen und politischen Gruppierungen sind auch die Sportvereine und damit auch wir Tischtennisakteure besonders gefordert. Diesem Auftrag kommen wir gerne nach.

 

Ich hatte jüngst das Vergnügen, mit weiteren Ehrenamtlern auf Initiative des Sportkreises Rhein-Hunsrück, wo unser Vorsitzender Walter Desch eine insgesamt 60-köpfige Jugendgruppe eingeladen hatte, zu der neben Teilnehmern des letztjährigen Sportferiencamps auch junge Flüchtlinge aus Krisengebieten zählten, beim Besuch des Bundesligaspiels Mainz-Wolfsburg betreuen zu dürfen. Auch eine sechsköpfige Gruppe, welche sich „Zugvögel“ nannte und aus jungen Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen ohne jegliche erwachsene Angehörige bei uns Zuflucht suchen, war dabei. Eines vorweg: Es war ein phantastisches Erlebnis!

 

Unsere Feriencamp-Kinder wurden mit teils altersgleichen, teils etwas älteren Jugendlichen konfrontiert. Alle suchten und fanden Kontakt – junge Leute, allesamt aus den unterschiedlichsten Ländern, mit unterschiedlichem religiösem und kulturellem Hintergrund. Der Fußballsport vereinte die Gruppe!

 

Das Betreuerteam konnte spätestens an diesem Nachmittag schnell erkennen, wie der Sport in der Lage ist, trotz erheblichster Sprachbarrieren, eine Brücke zur Integration zu schlagen.

 

Gelungene Integration, zumindest für einen Tag! Solche Integration will gelebt sein, muss nachhaltig sein. Daran müssen wir arbeiten, uns einbringen! Schon immer hat der Sport mit all seinen Facetten Zeichen gesetzt und Völker verbunden.

 

Ich bin überzeugt und hierfür werbe ich mit ganzem Herzen, das sich gemeinsam mit vielen anderen Vereinen und Verbänden aus allen gesellschaftlichen Gruppierungen bei den kommenden Aufgaben auch die „Tischtennisfamilie Rhein-Hunsrück“ mit ihren Möglichkeiten und ihrem Engagement einbringen wird. Erste Signale erhielt ich bereits vom TTG Biebernheim/Niederburg, wo ab sofort Flüchtlinge beitragsfrei geführt und besondere Betreuungsangebote geschaffen werden. Hiermit werbe ich darum, dass diesem tollen ersten Beispiel möglichst alle Tischtennisvereine und –abteilungen unserer Region folgen und zügig soziale Kontakte zu unseren neuen willkommenen Mitbürgern herstellen.

 

Speziell geschulte Mitarbeiter der Kommunalverwaltungen stehen neben vielen ehrenamtlich tätigen Personen sicherlich gerne zur Unterstützung und Kontaktvermittlung bereit und sind auch bei der Ideenfindung zur Umsetzung der neuen Vereinsarbeit behilflich.

 

Ausgrenzung – das ist und bleibt für uns Tischtennissportler ein Fremdwort! Packen wir’s an! Danke.

 

 

 

Herzliche Grüße

Euer

Jürgen Johann

Vorsitzender

Tischtennisregion Rhein-Hunsrück


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